Die Situation vor Ort
Seit 2015 hat die Unsicherheit in Burkina Faso ein verheerendes Ausmaß erreicht. Terroristische Überfälle, Massaker und gewaltsame Vertreibungen haben Millionen Menschen traumatisiert — und das staatliche Gesundheitssystem an den Rand des Zusammenbruchs gebracht. In weiten Teilen des Nordens und Ostens des Landes ist eine öffentliche gesundheitliche Versorgung schlicht nicht mehr existent.
Die Folgen sind dramatisch: Menschen sind mit körperlichen und psychischen Problemen vollständig auf sich allein gestellt.
Was Familien erleben
Die physischen Folgen terroristischer Überfälle reichen von Verletzungen und Vergewaltigungen bis zu Verstümmelungen und Tod. Wer flieht, findet oft keine Unterkunft, keine Nahrung, kein Wasser. Die meisten Kinder in den betroffenen Regionen leiden unter schweren Depressionen — ausgelöst durch den Verlust von Familienangehörigen, durch erzwungene Flucht, durch das Ende des Schulbesuchs und durch die anhaltende Bedrohung ihres Alltags.
Familien sind nicht nur mit gewaltsamen und traumatisierenden Situationen konfrontiert. Es mangelt ihnen weiterhin an den grundlegendsten Lebensbedingungen:
- Wasser — sauberes Trinkwasser ist in vertriebenen Gemeinschaften Mangelware
- Nahrung — Hunger und Unterernährung verschärfen psychische Belastung
- Wohnraum — provisorische Lager bieten keinen Schutz und keine Privatsphäre
- Sicherheit — die anhaltende Bedrohung verhindert jede Form von Erholung
Unser Ansatz: Ganzheitliche Hilfe
Djigui e.V. versteht Hilfe als ganzheitlichen Auftrag — körperlich, sozial und psychisch. Ein Mensch, der traumatisiert und psychisch zerrüttet ist, kann die Nahrungsmittel, die wir liefern, nicht wirklich nutzen. Kinder, die unter schweren Depressionen leiden, können den Schulunterricht nicht aufnehmen. Beides gehört zusammen.
Was wir konkret finanzieren
Psychosoziale Beratungsstellen Wir unterstützen den Aufbau und Betrieb von Beratungsangeboten in Kooperation mit lokalen Organisationen. Ausgebildete Fachkräfte begleiten Traumatisierte — niedrigschwellig, vertraulich, in der jeweiligen Landessprache.
Traumaarbeit mit Kindern Speziell auf Kinder und Jugendliche ausgerichtete Angebote: Einzel- und Gruppenarbeit, kreative Methoden, Stabilisierungsübungen. Das Ziel ist, den Kindern ein Stück Normalität und Sicherheit zurückzugeben.
Ausbildung lokaler Fachkräfte Nachhaltige Hilfe braucht lokale Kompetenz. Wir fördern die Ausbildung von Gemeindemitgliedern in psychosozialer Erstversorgung — damit Unterstützung auch dann möglich bleibt, wenn internationale Helfer nicht mehr vor Ort sind.
Zufluchtswohnungen und Frauenberatung Für Frauen und Mädchen, die Opfer sexueller Gewalt wurden oder von häuslicher Gewalt bedroht sind, finanzieren wir Schutzräume und spezialisierte Beratungsangebote.
Warum es psychologische Fachkräfte braucht
In Deutschland ist es selbstverständlich, dass psychisch kranke Menschen Zugang zu Fachärzten und Therapeuten haben. In Burkina Faso — und insbesondere in den von Terror betroffenen Regionen — ist das eine seltene Ausnahme. Psychische Erkrankungen gelten häufig als Schwäche oder werden spirituell gedeutet. Das verschlimmert die Isolation der Betroffenen.
Djigui e.V. arbeitet daran, diese Lücke zu schließen: durch die Finanzierung ausgebildeter Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten vor Ort sowie durch Aufklärungsarbeit in den Gemeinden — damit psychische Gesundheit kein Tabu bleibt.